Was ist Betrug?
Es gibt verschiedene Formen von Betrug: Sie können beispielsweise an Steuerbetrug, Hypothekenbetrug, Insolvenzbetrug, Identitätsbetrug und Versicherungsbetrug denken, aber auch an Täuschung, Zechprellerei und Urkundenfälschung. Im Kern läuft Betrug auf Täuschung/Irreführung hinaus: Es wird eine falsche Darstellung der Sachlage gegeben, meist mit dem Ziel, daraus selbst einen Vorteil zu ziehen.
Was sind die häufigsten Arten von Betrug?
Bei Betrug kann man denken an:
- Steuerbetrug
- Anlagebetrug
- Sozialhilfebetrug
- Computerbetrug
- Prüfungsbetrug
- Insolvenzbetrug
- Flaschenzieherei
- Hypothekenbetrug
- Identitätsbetrug
- Betrug
- Leistungsbetrug
- Urkundenfälschung
- Versicherungsbetrug
Ist Diebstahl auch Betrug?
Die Wörter Diebstahl und Betrug werden manchmal verwechselt. Ganz richtig ist das nicht. Der wichtigste Unterschied zwischen Diebstahl und Betrug besteht darin, dass bei Diebstahl etwas weggenommen wurde, was nicht dem Dieb gehörte, während bei Betrug eine falsche Darstellung der Sachlage vorliegt. Der Betrüger täuscht seine Opfer, indem er unrichtige Daten oder falsche Informationen verwendet. Es ist nicht erforderlich, dass etwas weggenommen wird. Das ist für Diebstahl jedoch notwendig.
Wann liegt Betrug vor?
Von Betrug spricht man, wenn jemand vorsätzlich eine falsche Darstellung von Tatsachen gibt, um sich dadurch wirtschaftliche oder finanzielle Vorteile zu verschaffen. Diese Darstellung muss gegen Gesetze oder Vorschriften verstoßen. Oft ist es notwendig, dass jemand vorsätzlich betrügt. Es ist jedoch nicht immer notwendig, dass jemand dies mit voller Absicht tut. Auch die bewusste Wahl der Möglichkeit, dass jemand geschädigt werden könnte, kann als Betrug bezeichnet werden: zum Beispiel, wenn jemand von einem sogenannten „Bankmitarbeiter“ angerufen und aufgefordert wird, seine PIN-Codes preiszugeben.
Wer kann Betrug begehen?
Natürlich kann jeder betrügen. Aber manchmal können auch andere Personen als diejenigen, die selbst die falsche Darstellung der Sachlage geben, aufgrund ihrer Eigenschaft wegen Betrugs verfolgt werden. Denken Sie dabei an den Unternehmer oder Eigentümer, in dessen Betrieb betrogen wird, aber auch Führungskräfte innerhalb einer Organisation können unter Umständen strafrechtlich verfolgt werden. Oft ist es dann erforderlich, dass der Unternehmer oder der Eigentümer wusste oder vermuten musste, dass innerhalb der Organisation betrogen wurde.
Welche Strafe können Sie für Betrug erhalten?
Welche Strafe ein Betrüger erhalten kann, hängt von der genauen betrügerischen Handlung ab, wie lange oder wie oft dies geschah und ob der Betrüger dies zum ersten Mal tat. Auch die Höhe des Schadens spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Strafe kann von einer Geldstrafe bis hin zu einer Gefängnisstrafe variieren. Auch Arbeitsstrafen gehören zu den möglichen Sanktionen. So beträgt beispielsweise die maximale Gefängnisstrafe für Steuerbetrug sechs Jahre. Denkbar ist auch, dass das Gericht eine Maßnahme verhängt, wie die Verpflichtung zum Schadenersatz an Opfer, die Einziehung von rechtswidrig erlangten Vorteilen oder ein Berufsverbot.
Betrug wird auch im Führungszeugnis eingetragen. Damit wird das Erhalten eines VOG (polizeiliches Führungszeugnis) und somit das Finden eines (neuen) Jobs schwieriger.
Was ist Geldwäsche?
Geldwäsche ist kurz gesagt der Prozess, bei dem kriminelles Geld eine scheinbar legale Herkunft erhält. Dies kann beispielsweise durch das Ausgeben von viel Bargeld geschehen, durch viele Transaktionen, wodurch die ursprüngliche (kriminelle) Herkunft des Geldes verschleiert wird, oder durch die Investition des Geldes in Luxusgüter wie Autos und Immobilien.
Welche Verpflichtungen ergeben sich aus dem Wwft?
Das Ziel des Wwft (Gesetz zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung) ist – der Name sagt es bereits – die Verhinderung, Aufdeckung und Meldung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Die wichtigsten Verpflichtungen, die sich aus diesem Gesetz ergeben, sind die Durchführung einer Kundenprüfung, die Meldung ungewöhnlicher Transaktionen, eine Aufbewahrungspflicht, die Durchführung einer Risikobewertung mit einer dazugehörigen internen Richtlinie und die Überprüfung des Sanktionsgesetzes bei der Aufnahme neuer Geschäftsbeziehungen. Das Wwft gilt für Finanzinstitute, Berufe mit Finanz- oder Rechtsdienstleistungen, Händler von hochwertigen Gütern und beispielsweise Immobilienmakler.
Was, wenn Sie keine Kenntnis von der Herkunft des Gutes hatten?
Wenn jemand keine konkrete Kenntnis von der (illegalen) Herkunft eines Gutes oder Geldes hatte, kann dennoch eine Verurteilung wegen Geldwäsche folgen. In diesem Fall kann von leichtfertiger Geldwäsche die Rede sein: Der Täter hat in diesem Fall keine konkrete Kenntnis von der illegalen Herkunft, hätte dies aber aufgrund der Fakten und Umstände wissen müssen. Es muss eine grobe, erhebliche Unvorsichtigkeit vorliegen.
Was, wenn Sie ein Gut aus einer eigenen Straftat, wie Diebstahl, besitzen?
Wenn Sie ein Gut oder Geld besitzen, das aus Ihrer eigenen Straftat stammt – zum Beispiel Geld auf Ihrem Konto aus einem Betrug oder ein Auto, das Sie gestohlen haben – machen Sie sich der einfachen Geldwäsche schuldig. Dafür ist der Besitz des Gutes mit illegaler Herkunft ausreichend.
Kann die Staatsanwaltschaft dieses Gut (z. B. Geld) einziehen?
Ja, bei Verdacht auf Straftaten – und somit auch im Falle von Geldwäsche – kann die Staatsanwaltschaft Güter oder Geld (vorläufig) beschlagnahmen. Letztendlich kann ein Richter entscheiden, dass diese Güter für verfallen erklärt werden. Das heißt: Das Geld oder die Güter gehen in das Eigentum des Staates über. Die (vorläufige) Beschlagnahme dient dazu, zu verhindern, dass die Güter oder das Geld beiseitegeschafft werden, bevor der Richter ein Urteil fällt und entscheidet, dass die Güter für verfallen erklärt werden oder dass der Verurteilte eine Einziehungsforderung zahlen muss.
Welche Strafe können Sie für Geldwäsche erhalten?
Welche Strafe für Geldwäsche verhängt wird, hängt von den genauen Geldwäschehandlungen ab, wie lange oder wie oft dies geschah und ob dies ein erstes Mal ist. Auch der Umfang des Wertes, der gewaschen wurde, spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Strafe kann von einer Geldstrafe bis zur Gefängnisstrafe variieren. Auch Arbeitsstrafen gehören zu den möglichen Sanktionen.
Warum ist es ratsam, einen Anwalt einzuschalten, wenn Sie des Betrugs oder der Geldwäsche verdächtigt werden?
Betrugsverdächtige werden oft nicht „auf frischer Tat“ ertappt, wie bei einer Schlägerei auf der Straße. In vielen Fällen erhält der Verdächtige dann auch ein Schreiben der Polizei oder des FIOD nach Hause geschickt. Dieses Schreiben enthält dann „eine Einladung zu einem Gespräch“. Sie tun gut daran, ab dem ersten Schreiben und vor der Vernehmung einen Anwalt zu konsultieren. Ihre Aussage bei der Polizei ist unwiderruflich und daher ist eine sorgfältige Vorbereitung von großer Bedeutung. Ein spezialisierter Anwalt kann Sie dabei beraten und Sie auf Wunsch während der Vernehmung unterstützen.
Was sind die Vorteile eines Betrugsanwalts?
Wenn Sie des Betrugs verdächtigt werden, tun Sie gut daran, einen spezialisierten Betrugsanwalt zu beauftragen. Betrugsuntersuchungen sind oft technischer Natur und man muss immer damit rechnen, dass das Finanzamt gerne mitmischt. Es ist daher wichtig, dass Sie sich von einem Anwalt beraten lassen, der alle Facetten Ihres Falls in seine Beratung einbezieht. Weening Strafrechtadvocaten besteht aus einem Team von Spezialisten, auch mit Erfahrung im Bereich des Steuerstrafrechts. Ihre Betrugsangelegenheit ist bei uns also in guten Händen.



