Was ist eine kriminelle Vereinigung?
Eine kriminelle Vereinigung ist eine Gruppe von Menschen, die auf strukturierte Weise zusammenarbeitet, mit dem Ziel, Straftaten zu begehen. Es handelt sich um eine Zusammenarbeit zwischen zwei oder mehr Personen, die dauerhaft und organisiert ist, also nicht um eine einmalige Aktion. Nicht jeder muss jeden in der kriminellen Vereinigung kennen, um Teil davon zu sein. Sie müssen jedoch einen aktiven Beitrag zu den Zielen der kriminellen Vereinigung leisten oder diese Ziele unterstützen. Sie müssen selbst keine Straftat begangen haben, aber Sie müssen wissen, dass die kriminelle Vereinigung Straftaten begehen will oder begeht.
Eine kriminelle Vereinigung kann auch aus Personen bestehen, die neben ihrer kriminellen Zusammenarbeit eine legale Verbindung haben, wie Familienmitglieder, eine Freundesgruppe oder ein Sportteam. Es ist also nicht erforderlich, dass das Begehen von Straftaten das einzige oder das vorrangige Ziel der Gruppe ist.
Wann gilt eine Gruppe von Verdächtigen als kriminelle Vereinigung?
Eine Gruppe von Verdächtigen kann als kriminelle Vereinigung angesehen werden, wenn ein hinreichender Zusammenhang im Handeln der Beteiligten besteht und sich die Beteiligten ihrer Zusammenarbeit bewusst sind. Dabei kann der Richter folgende Anhaltspunkte berücksichtigen:
- Ob regelmäßige Absprachen und Kontakte zwischen den Beteiligten bestehen.
- Die Tatsache, dass die Beteiligten wissen, was ihre Rolle innerhalb der Gruppe ist.
- Ob sie bewusst zum gemeinsamen Ziel der Organisation beitragen.
Muss tatsächlich eine Straftat begangen worden sein?
Nein. Die Teilnahme an einer kriminellen Vereinigung ist an sich schon strafbar. Das bedeutet, dass jemand strafbar sein kann, auch wenn noch keine Straftat begangen wurde, solange die Person an einer Gruppe mit dem Ziel teilnimmt, Straftaten zu begehen. Umgekehrt gilt auch: Wenn jemand an einer Straftat beteiligt ist, bedeutet das nicht automatisch, dass diese Person Mitglied einer kriminellen Vereinigung ist. Das muss separat bewiesen werden.
Gibt es verschiedene Arten von kriminellen Vereinigungen?
Kriminelle Vereinigungen können in verschiedenen Formen der organisierten Kriminalität tätig sein, wie zum Beispiel:
Eine kriminelle Vereinigung kann auch in mehrere dieser Straftaten verwickelt sein. Einige Formen krimineller Vereinigungen sind gesondert unter Strafe gestellt. Denken Sie zum Beispiel an eine kriminelle Vereinigung mit dem Ziel, terroristische Straftaten oder Drogendelikte zu begehen.
Welche Strafen werden für die Teilnahme an einer kriminellen Vereinigung verhängt?
- Einfache kriminelle Vereinigung: bis zu 6 Jahre Freiheitsstrafe.
- Drogenorganisation (Drogendelikte): bis zu 8 Jahre.
- Kriminelle Vereinigung, die schwere Taten begeht: bis zu 10 Jahre.
- Terroristische Vereinigung: bis zu 15 Jahre.
Für die Gründer, Rädelsführer und Verwalter gelten folgende Höchststrafen:
- Einfache kriminelle Vereinigung: bis zu 9 Jahre Freiheitsstrafe.
- Drogenorganisation (Drogendelikte): bis zu 10 Jahre und 8 Monate.
- Kriminelle Vereinigung, die schwere Taten begeht: bis zu 13 Jahre und 4 Monate.
- Terroristische Vereinigung: bis zu 30 Jahre.
Die Höhe der tatsächlich zu verhängenden Strafe hängt von der Schwere der begangenen Straftaten und der Rolle des Verdächtigen innerhalb der Organisation ab.
Warum einen Anwalt nehmen, wenn Sie der Teilnahme an einer kriminellen Vereinigung verdächtigt werden?
Die Teilnahme an einer kriminellen Vereinigung ist eine schwere Straftat, für die oft lange Freiheitsstrafen verhängt werden. Aber Vorsicht: Nicht jede Gruppe von Menschen, die zusammenarbeitet, ist automatisch eine kriminelle Vereinigung. Und selbst wenn eine kriminelle Vereinigung vorliegt, bedeutet das noch nicht, dass jeder Verdächtige automatisch als Teilnehmer betrachtet wird. Daher ist es von großer Bedeutung, einen erfahrenen Strafverteidiger einzuschalten. Dieser kann beurteilen, ob tatsächlich ausreichend Beweise gegen Sie vorliegen, und weiß, welche rechtlichen Argumente zur Verteidigung Ihrer Interessen vorgebracht werden können.



